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Timon Kelter, Mitarbeiter des Lehrstuhls Informatik XII, erhält "Preis des Fakultätentages Informatik 2010" für seine herausragende Diplomarbeit

Herr Dipl.-Inform. Timon Kelter hat für seine Diplomarbeit „Superblock-basierte High-Level WCET-Optimierungen“ den Fakultätentag-Preis Informatik 2010 erhalten. Mit diesem Preis mit 2.500 Euro dotierten Preis wird jährlich die bundesweit beste Informatik-Diplomarbeit ausgezeichnet. Herr Kelter wird gewürdigt für den von ihm entwickelten neuartigen Ansatz im Bereich der Compiler basierten Minimierung der sog. Worst Case Execution Time (WCET). Die Arbeit ist im Kontext sicherheitskritischer Echtzeitsysteme (etwa in der Automobil- oder Flugzeugindustrie) von besonderer Bedeutung, da sie es ermöglicht, entweder die Kosten für die eingesetzte Hardware zu reduzieren oder auf einer Plattform anspruchsvollere Algorithmen auszuführen.

Die hervorragende Leistung der Diplomarbeit wird auch durch die anderen Studienleistungen von Herrn Kelter bestätigt. Er hat sein Studium mit einer Ausnahmegenehmigung im Sommersemester begonnen und es trotz des nicht auf einen Studienbeginn Sommersemester eingerichteten Studienplans innerhalb der Regelstudienzeit „mit Auszeichnung“ abgeschlossen. Die Diplomarbeit wurde bereits mit dem Dortmunder Uhde-Preis und einem Preis der Fachgruppe für Realzeitsysteme der Gesellschaft für Informatik ausgezeichnet.

Informationsverarbeitende (IT-) Systeme werden zunehmend mit physikalisch/technischen Systemen integriert. Beispiele dafür finden sich in Systemen wie Industriesteuerungen oder Fahrzeugen. Derartige integrierte Systeme werden als eingebettete Systeme oder neuerdings auch als cyberphysical systems bezeichnet. Die Integration mit der physikalischen Umgebung hat zur Folge, dass beim Entwurf der IT-Systeme zusätzliche Randbedingungen beachtet werden müssen. Insbesondere müssen diese IT-Systeme garantieren, dass maximal erlaubte Reaktionszeiten eingehalten werden. Werden diese nicht eingehalten, so sind in sicherheitskritischen Systemen Schäden und Unfälle möglich. Das führt dazu, dass man sich verstärkt damit beschäftigt, für die Software in diesen Systemen Garantien für die maximal mögliche Rechenzeit abzugeben. Die maximal mögliche Laufzeit wird üblicherweise als worst case execution time (WCET) bezeichnet.

Herr Kelter hat einen wesentlichen Beitrag dazu geleistet, die WCET bereits während der Codeerzeugung zu optimieren. Durch die Ergebnisse der Arbeit von Herrn Kelter kann die Laufzeit von Realzeit- Programmen verkürzt werden. Eine solche Verkürzung hat eine große wirtschaftliche Bedeutung: Es ist bekannt, dass die Hardware insbesondere im Automobilbereich aus Kostengründen stets so ausgelegt wird, dass die benötigte Verarbeitungsleistung gerade eben ausreicht. Mit den Techniken von Herrn Kelter ist es möglich, entweder die Kosten der Hardwareplattform zu reduzieren oder auf derselben Plattform anspruchsvollere Algorithmen auszuführen. Die Diplomarbeit von Timon Kelter ist gleichfalls essentieller Bestandteil des "WCET aware C Compilers" WCC. WCC wiederum ist wesentliches Ergebnis des im 7. Rahmenprogramms geförderten EU-Projekts PREDATOR. Das Projekt ist insbesondere wegen des WCC von den Gutachtern gelobt worden. Eine Evaluation von WCC durch den Projektpartner Bosch ist angekündigt.